Messverfahren

Elektrosmog zu messen ist eine komplexe Aufgabe. Der Überblick über alle Feldarten ist die Grundlage für Reduzierungsempfehlungen, die wirken.

Gemessen wird mit kalibrierter Messtechnik nach den Richtlinien des VDB. Die Bewertung der Ergebnisse erfolgt nach dem Standard der Baubiologischen Messtechnik SBM-2015.

Die Feldarten im Einzelnen

V/m

Elektrische Wechselfelder

Die Feldstärkemessung erfolgt erdpotentialfrei und dreidimensional. Selektiv erfasst werden 16,7 Hertz für Bahnstrom und 50 Hertz für Hausstrom, sodass sich die Quelle eindeutig zuordnen lässt.

nT

Magnetische Wechselfelder

Dreidimensionale Messung, auf Wunsch ergänzt durch eine Langzeitaufzeichnung über bis zu sechs Tage. Diese Felder schwanken mit dem Stromfluss – eine Momentaufnahme allein kann deshalb täuschen.

µW/m²

HF-Spektrumanalyse

Die umfassende Messung elektromagnetischer Felder: Mobilfunk, WLAN, DECT und Radar werden eindeutig zugeordnet und einzeln bewertet. Erst diese Zuordnung macht aus einer Zahl eine Handlungsempfehlung.

kV/m

Elektrische Gleichfelder

Elektrostatische Aufladungen an Bildschirmen, Oberflächen und synthetischen Materialien, auffindbar mit dem Elektrofeldmeter.

µT

Magnetische Gleichfelder

Künstlich erzeugte Gleichfelder durch Stahlträger, Federkernmatratzen, Motoren oder gleichstrombetriebene Geräte.

µW/m²

Orientierende Breitbandmessung

Mit dem Breitbandmessgerät lassen sich Quellen wie DECT-Telefone oder WLAN-Router schnell auffinden. Für die Berechnung der Maximalimmission ist eine Spektralanalyse erforderlich – deshalb ist sie bei uns Standard.

Vier Stufen, nach SBM-2015

Jeder Wert wird nicht nur gemessen, sondern eingeordnet. Die Stufe entscheidet, ob und wie saniert wird.

Keine Anomalie

Kein Handlungsbedarf.

Schwache Anomalie

Vorsorglich beobachten.

Starke Anomalie

Sanierung empfohlen.

Extreme Anomalie

Sanierung dringend.

Die Orientierungswerte im Überblick

Orientierungswerte der EMF-Leitlinie für Expositionen über vier Stunden täglich
Bewertung Hochfrequenz (Spitzenwert) Magnetfeld NF Elektrisches Feld NF
extrem auffällig ab 1.000 µW/m² ab 400 nT ab 10 V/m
stark auffällig 10–1.000 µW/m² 100–400 nT 1,5–10 V/m
schwach auffällig 1–10 µW/m² 20–100 nT 0,3–1,5 V/m
unauffällig bis 1 µW/m² bis 20 nT bis 0,3 V/m

Wie diese Werte zu lesen sind

Die Werte stammen aus der EMF-Leitlinie der Österreichischen Ärztekammer (Konsensus-Papier vom 3. März 2012) und gelten für Expositionen von mehr als vier Stunden täglich. Die Hochfrequenzwerte beziehen sich auf den einzelnen Funkdienst, nicht auf Radar.

Es handelt sich um einen Vorsorgemaßstab, nicht um gesetzliche Grenzwerte. Sie sind rechtlich nicht verbindlich und liegen deutlich unter den staatlichen Grenzwerten. Eine Überschreitung bedeutet, dass eine Reduzierung baubiologisch sinnvoll erscheint – sie ist keine Aussage über Gesundheit.

Die Leitlinie stammt aus dem Jahr 2012 und kennt die Mobilfunkbänder oberhalb 3 GHz noch nicht. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Häufige Fragen

Antworten auf die Fragen, die uns am häufigsten erreichen

Breitbandmessgeräte liefern Momentanwerte und weichen bei Signalgemischen aus LTE, 5G und WLAN erheblich von der tatsächlichen Belastungssituation ab. Für die Bewertung maßgeblich ist die Maximalimmission bei voller Anlagenauslastung, und die lässt sich nur mit einer Spektralanalyse berechnen.

Die Belastung, die entsteht, wenn die erfassten Sendeanlagen voll ausgelastet sind. Da die Auslastung über den Tag schwankt, wäre eine zufällige Momentaufnahme als Planungsgrundlage ungeeignet. Die Maximalimmission wird aus dem Spektrum berechnet.

Nein. Es handelt sich um einen Vorsorgemaßstab, der deutlich unterhalb der staatlichen Grenzwerte liegt und rechtlich nicht verbindlich ist. Eine Überschreitung bedeutet, dass eine Reduzierung baubiologisch sinnvoll erscheint – sie ist keine Aussage über Gesundheit.

Unsicher, welche Messung passt?

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